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Soja – gut oder schlecht?

Wer hat nicht schon davon gehört, dass Männer keine Sojaprodukte essen sollen, weil es angeblich schlecht ist für sie? Diese Behauptung macht seit Jahren die Runde und eigentlich liegt gar nichts dahinter. Als ich vor wenigen Tagen wieder darauf angesprochen wurde und ein Mann völlig besorgt gemeint hat, er trinkt keine Sojamilch, weil sie schädlich und gefährlich ist für Männer, habe ich mich entschlossen, einen kurzen Kommentar dazu zu schreiben.

 

Was macht Soja anders?

 

Soja kann man in Form von Sojabohnen oder in konzentrierterer Form als Sojafleisch, Getränke oder Riegel konsumieren. Soja ist ein sehr guter Eiweißlieferant, der außerdem einen geringen Fettgehalt hat. Im Gegensatz zu vielen andern pflanzlichen Eiweißquellen liefert die Sojabohne komplettes Eiweiß, d.h. alle essentiellen Aminosäuren sind vorhanden. Neben dem Eiweiß befinden sich außerdem viele Vitamine und Mineralstoffe in Sojaprodukten.

Darüber hinaus hat in Studien man zahlreiche günstige Effekte auf den menschlichen Organismus beobachten können. So kommt es zu einer Verringerung des Risikos für Herzkrankheit, weil es Cholesterin senkend wirkt.

Da es sich bei Soja um ein Eiweiß handelt, wird auch das Sättigungsgefühl verbessert, was letztendlich zu einer reduzierten Kalorienzufuhr beitragen kann. Da auch der Fettgehalt geringer ist als bei vielen tierischen Eiweißlieferanten, reduziert sich die Kalorienzufuhr nochmals, was für ein erfolgreiches Gewichtsmanagement ein bedeutender Faktor sein kann.

 

Soja nichts für Männer

 

Weil die Sojabohne – wie Nüsse und Hülsenfrüchte – Isoflavone enthält,  kam es zu der Behauptung, Soja ist schlecht für Männer, weil es den Testosteronspiegel senkt. Isoflavone haben eine ähnliche Struktur wie Östradiol einer Form von Östrogen, und werden daher als „Feind“ angesehen. Allerdings kann man isoflavone nicht direkt mit Östrogen gleichsetzen, da die Effekte auf den Organismus nicht dieselben sind. Genau die kleinen Unterschiede ind er Struktur bewirken nämlich deutlich unterschiedliche Effekte in unserem Körper.

 

Sojaeiweiß nicht effektiv

 

Aufgrund seiner pflanzlichen Herkunft wird Sojaeiweiß oft als minderwertig bezeichnet. Es gibt jedoch zahlreiche Studien die aufgezeigt haben, dass man auch mit Sojaeiweiß die Muskeleiweißsynthese erfolgreich unterstützen kann. Da es wie das Milcheiweiß die essentielle Aminosäure Leucin enthält, wirkt es genauso effektiv in der Regeneration nach einer Trainingseinheit. Im direkten Vergleich mit Molkereiweiß kam es zu keinem signifikanten Unterschied in der Reaktion auf die Eiweißzufuhr, was so viel bedeutet, wie Soja ist genauso effektiv wie Molke wenn es um die Regenerationsmaßnahmen geht. Zwei Esslöffel (ca. 40 g) Sojaeiweiß liefern 3 g Leucin und stimulieren damit auch die Eiweißsynthese.

Trotzdem gibt es viel, die Sojaprodukten und Sojaeiweiß noch skeptisch gegenüber stehen. Vielleicht muss der Ansatz ein anderer sein, nicht als Ersatz für Schnitzel und Schweinebraten, sondern als Ergänzung und Teil einer ausgewogenen, gesunden Ernährung. Man darf nicht vergessen, dass es bereits eine Vielzahl von Sojaprodukten gibt, die einfach und schnell zuzubereiten sind. Gerade in unseren Tagen, wo Zeit oft fehlt, ein ganz entscheidender Faktor. Natürlich gilt auch hier: die Qualität und die Inhaltsstoffe im Auge behalten! Denn Soja wird oft auch als Marketinggag verwendet. Nicht alles, was Soja enthält, ist gleichzeitig gesund. Auch da wird in der Lebensmittelindustrie heftig getrickst und der Konsument durch die richtigen Schlagwörter geblendet!

 

Soja hat die Berechtigung, auf die Speisekarte zu kommen. Nicht exzessiv, aber auch nicht völlig vergessen – in richtigem Maß!

 

(Weiterführende Literatur: Scan’s Pulse, Winter 2016, Vol 35, N. 1)