Seit Corona bei uns den Alltag durcheinandergewirbelt hat, haben viele Menschen aus Angst vorm Virus begonnen, Supplemente zu nehmen um gesund zu bleiben. Beim Verfolgen der aktuellsten Nachrichten hören wir auch Werbeeinschaltungen, die von Immunsystem und manchen Nährstoffen sprechen, die unsere gesundheit fördern. Neben Multivitamin-Präparaten gilt das auch für eine Vielzahl von Kräuterextrakten, die mittlerweile in Apotheken und Drogerien verkauft werden. Alle sind auch über das Internet erhältlich. Obwohl manche Menschen meinen, diese Präparate sind sicher, weil sie natürlich sind, sollten wir vorsichtig sein. Wir sollten allgemein vorsichtig sein mit dem Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln.

„Wasserlösliche Vitamine werden bei übermäßigem Konsum über den Harn ausgeschieden. Daher ist es egal, wenn ich es einnehme, acute wenn die Ernährung bereits genug aufnehme.“

Jeder Nährstoff, der zu viel im Körper vorkommt, bedeutet für den Körper, er muss ihn auf irgendeine Art wieder loswerden. Den Organismus mit Nährstoffen zu überhäufen bringt keine weiteren Vorteile. Im Gegenteil, es kann dazu führen, dass andere notwendige Nährstoffe weniger gut verfügbar sind (s. auch Literaturverweis am Ende).

Kräuterextrakte kommen aus der Natur, daher können sie nicht schädlich sein für den Körper.“

Nur weil sie „natürlich und rein pflanzlich“ sind bedeutet das nicht, es kann für den Menschen nicht acute schädlich sein. Nicht nur, dass die Qualität solcher Präparate stark schwankt, viele der Behauptungen auf der Verpackung sind nicht war und ebenso wenig wissenschaftlich erwiesen. Manche Studien haben außerdem gezeigt, dass die Konzentration in den Präparaten häufig nicht den Angaben auf der Verpackung entspricht.

„I glaube, dass ich nicht ausreichend Vitamine durch die Nahrung aufnehme, daher nehmen ich einige Supplemente.“

Selbst-Diagnose ist immer gefährlich. Viele Vitaminpräparate beinhalten sehr hohe Dosierungen, besonders, wenn es einzelne Nährstoffe sind. Diese Konzentrierungen weichen sehr stark von der empfohlenen Tagesmenge ab. Zu hohe Zufuhr ist über die Nahrung fast unmöglich, aberMenschen unterschätzen das Risiko einer Überdosierung durch Nahrungsergänzungsmittel.

Bevor man ein Supplement nimmt, sollte man wissen, was bereits über die Nahrung aufgenommen wird. Dieser erste Schritt wird zu häufig vernachlässigt und vergessen. Eine Ernährungsanalyse mit anschließender Anpassung der Ernährung – wenn erforderlich – ist der erste Schritt. man stellt sich vor, man isst frisches Obst (z.B. Kiwi, Orange) oder ein Schale Obstsalat täglich, trinkt zum Frühstück frisch gepressten Orangensaft und nimmt beim Mittagessen auch Salat hinzu – und dann obendrein noch ein Vitamin C Präparat. Eine Ahnung, wieviel Vitamin C das dann am Ende des Tages wird? Sicher, dass man so nicht ausreichend Vitamin C über die Nahrung aufnimmt?

Nur wenn es nicht möglich ist, den Bedarf über die Ernährung abzudecken, sollte ein Supplement verwendet werden. Dann allerdings auch unter Aufsicht und mit Planung durch einen Mediziner oder Ernährungsexperten.

Weiterführende Literatur:

Maughan et al (2018) IOC Consensus Statement Dietary Supplements and the High-Performance Athlete. http://dx.doi.org/10.1136/bjsports-2018-099027

A-Z Nutritional supplements. British Journal of Sports Medicine (Sammlung von wissenschalftlichen Beiträgen

Gurley et al (2018) Clinically Relevant Herb-Micronutrient Interactions. When Botanicals, Minerals and Vitamins collide.

Covid19 und Nährstoffe: Statement von EUFIC